The more I thought, the more I felt like crying





Ich kann mein Leben 
gerade nicht in Worte fassen. 
All diese Tage
 ziehen an mir vorbei, 
als wären sie nie dagewesen.
 Jedes weitere Gefühl,
 welches meine Sinne fesselt,
 ist nur ein Tropfen auf den heißem Stein. 
So oft möchte ich 
einfach weinen 
und in Ruhe gelassen werden, 
doch dafür habe ich keine Zeit.
 Ich hetze 
von einer Aufgabe 
in die nächste 
und dabei 
bleibe ich selbst 
auf der Strecke.
 Ich sehne mich an einem Tag, 
wo die Angst zuhause bleibt, 
doch stündlich erreicht sie mich 
und ich weiß 
immer noch nicht 
wie ich mit diesem Gefühl 
umgehen soll. 
Selbst wenn ich bei M. bin, 
lässt sie mich nicht in Ruhe.
Sie schrenkt 
so sehr 
mein Handeln
ein, 
dass ich oftmals 
anfange zu dissoziieren
und für Minuten 
nicht mehr bei mir bin. 
 Auch im Traum
 erreicht 
die Angst mich
 und 
ich wache völlig panisch auf 
und traue mich nicht
 wieder einzuschlafen.
 Lauter Nachrichtenberichte 
machen das alles nicht leichter. 
Vergewaltigung hier, Missbrauch da.
Wenn allein nur dieses Thema 
angeschnitten wird, 
fühlt es sich so an, 
als müsste ich mich übergeben. 
Die ganze Nahrung 
in meinem Bauch
plus dieses Thema 
ist 
keine gute Kombi. 
Wie soll da meine Seele 
Frieden von dem Missbrauch finden? 
Wie soll ich 
ohne verdienen Substanzen
 mich davon beruhigen?
 Ich weiß nur, 
dass mein Herz
 ständig 
zerbrochen 
in meinem Bett liegt, 
weil der Schmerz 
von den Erinnerungen 
zu überwältigend ist. 
Ich würde gerne aufhören 
darüber nachzudenken,
 aber die Welt gibt mir ständig Impulse daran
 und ich bin wieder am Anfang. 
Wie soll ich das je hinkriegen
 ohne Angst anderen Menschen zu begegnen? 
Wie kann mein Trauma
 in Frieden ruhen, 
ohne das die Wunde ständig wieder neu aufgerissen wird? 
 Alles vergeht, 
nur dieses Gefühl,
dass mich das Trauma 
lebensunfähig
macht,
nicht.






Gespräche werden welk, denn jedes Wort macht verwundbar






Ich höre ein komisches Geräusch 
aus dem Wohnzimmer.
Ich schalte 
mein Video aus
und versuche
zu entziffern,
was sich unten 
bei meinen Eltern
abspielt. 
Ich höre 
meine Mutter 
weinen. 
Mein erster Gedanke
war so fies, 
dass ich mich
gar nicht traue
ihn
auszusprechen. 
Auch wenn es hart klingt,
ich empfinde 
kein Mitgefühl mehr,
wenn es um 
meine Mutter,
diese Frau 
geht. 
Ich verstehe 
kein Wort, 
da meine Mutter 
so stark weint. 
Ich stelle mich 
an die Treppe,
um 
genaueres 
mitzukriegen. 
Da ich immer noch nichts
verstehe, 
was unten vor sich geht, 
warte ich ab
bis es ruhiger wird. 
Mit meinen Kippen 
bewaffnet 
traue 
ich 
mich 
nach unten 
zu gehen. 
 Ich sehe 
die verweinten Augen
von dieser Frau 
und deswegen 
vermeide 
ich 
jeden Augenkontakt 
mit ihr. 
Erst als 
sie aufs Klo 
geht,
komme ich dazu 
mit meinem Papa 
zu reden. 
"Sie hat mir gerade erzählt, 
dass sie Mitte November 
endlich ausziehen will 
und das hat sie wohl etwas traurig
gemacht."
Soll sie doch deswegen weinen. 
Sie war die,
die unsere Familie 
nicht mehr wollte. 
Sie hat sich gegen uns 
entschieden,
weswegen soll 
ich 
sie 
in den Arm nehmen 
und ihr Mut zu sprechen?
"Das war noch nicht alles.
 Sie möchte Dario wirklich mitnehmen. 
Das hat sie nochmal betont."
Ich spüre wie meine Beine
wackelig werden 
und 
plötzlich 
fange ich an zu weinen.
Mein Papa nimmt mich in den Arm.
"N. sei bitte nicht so traurig. 
Das heißt noch gar nichts. 
Wir haben uns da noch nicht geeinigt."Doch diese Worte bringen 
mein trauriges etwas nichts. 
Ich fange noch stärker an zu weinen. 
"Sie meinte, 
dass wir es doch so regeln könnten, 
dass sie Dario unter der Woche bekommt
und wir ihn dann am Wochenende."
Das kann sie doch nicht ernst meinen?
Das würde ihn noch mehr verwirren.
Er ist doch nicht ein kleines Kind, 
was sie hin und her schieben kann.
Mit dieser Aussage
kommt die Wut dazu 
und ich habe 
das Bedürfnis 
so stark gegen die Wand 
zu schlagen 
bis ich kraftlos 
am Boden bin. 
"Mach dir da bitte
nicht so ein Kopf.
Es ist noch nichts entschieden."
Mit diesen Worten verabschiedet 
er sich nach oben. 
Ich gehe raus 
um zu rauchen.
Meine Hände 
zittern vor Wut. 
Ich drücke 
immer stärker 
die Kippe 
auf meinem Arm aus. 
Doch dieser kleine Schmerz 
lengt mich nicht vom weinen ab. 
Als ich meine zweite Kippe 
zuende geraucht habe,
setze ich mich noch 
zu meinem Hund 
und als er mich so müde
und treu 
anschaut 
spüre ich noch 
viel stärker 
die Wut, 
die Traurigkeit 
und die Angst 
ohne ihn zu sein. 
Plötzlich spüre ich 
eine Hand 
auf meinem Rücken.
Ich höre meine Mutter 
reden 
und ich schlucke 
und schlucke 
all diese Welle 
dieser hässlichen Gefühle
runter,
um sie nicht 
lauthals anzuschreien. 
Als sie merkt,
dass ich auf keines 
ihrer 
bescheuerten
Worte
reagiere
geht sie raus 
eine rauchen. 
Ich gebe
Dario
 ein verheulten Kuss
auf seinen Kopf 
und verschwinde 
in mein Zimmer.
Meine Gedanken 
drehen sich so schnell,
dass mir schlecht wird. 
Wie kann sie es wagen 
noch solche 
Ansprüche zu stellen?
Hat sie nicht schon genug kaputt gemacht?
Warum schafft sie es
 immer 
und immer wieder
mir solche Gefühle 
zu geben?
Die Wut 
mischt 
sich 
mit 
Hass,
obwohl ich noch nie 
ein Mensch war,
der andere Menschen gehasst hat.
Aber ich kann nicht anders.
All der Hass 
schlägt 
in meiner Brust. 
Ich wünschte, 
sie würde endlich merken,
wie sehr sie mich doch wütend macht. 
Ich will sie nicht hassen,
doch die Umstände 
haben sich so schnell 
geändert. 
Nun wird der Rosenkrieg beginnen 
und ich stehe ängstlich dazwischen,
werfe mir Tavor 
und andere Drogen ein
um diese ganzen 
schmerzlichen Gefühle 
zu verdrängen. 
Doch die Gefühle 
kommen 
immer 
zurück.
Ich verachte 
Gefühle, 
aber nicht so sehr 
wie diese Frau, 
"meine" Mutter.



Und ich habe kein Bock auf den Scheiß der nichts bringt. Ich habe eigentlich nur Lust mit dir Zeit zu verbringen


 


Das Wochenende 
war mit den schönsten Momenten geschmückt. 
Obwohl du sehr spät
Freitagabend nachhause gekommen bist, 
möchtest du mich schon sehen. 
Kurz nachdem ich bei dir angekommen bin, 
deckst du mich schon mit der Panda Decke zu, 
da du merkst wie ich doch friere. 
Du erzählst mir Sachen
 von deiner Arbeit 
und ich brauche nicht mal so tun,
 als ob es mich interessiert, 
 denn es interessiert mich wirklich.
 Unsere Gespräche werden immer kurioser
 und der Satz von dir,
 wir haben uns echt viel zu erzählen, 
 bereichert mein Herz. 
Uns geht nie der Gesprächsstoff aus
 und selbst wenn wir oft über Zeiten reden, 
die wir miteinander geteilt haben, 
ist das mehr als schön. 
Du vergisst unsere Momente nicht,
 so wie ich. 
Du hast ein warmes Herz. 
Du hast mir die Tür zu deinem Herzen
nur für mich aufgemacht 
und ich durfte mich darin gemütlich machen. 
Deine Wärme schenkt mir ein Gefühl von Sicherheit. 
Wir schlafen Arm in Arm auf dem Sofa ein 
und selbst als ich bemerke
 wie spät es schon ist 
möchte ich nicht gehen.
 Mit traurigen Herzen verlasse ich deine Wohnung,
 um auf den nachhause Weg 
nur noch mehr Gedanken über dich zu machen. 
Da ich morgen früh zu meiner Schwester fahre
 schlafe ich höchstens eine Stunde. 
Die ganze Zeit im Zug am nächsten Morgen 
wünsche ich mir, 
dass du mit mir zu meiner Schwester fährst. 
Das wir endlich was als Paar machen
 und der Außenwelt zeigen, 
wie gut wir doch zusammen harmonieren.
 Dann müsste ich Tavor nicht in meinem Beutel haben. 
Dann wärst du meine beruhigende Tavor Tablette, 
die mir hilft die Angstattacken fort zu schieben. 
Doch ich bin alleine 
und atme erst die Panik wieder aus,
als ich mit meiner Schwester
 zum Tätowierer gehe
 und wir uns ein Termin für den Tag geben lassen.
 Nachdem wir in der Wohnung meiner Schwester waren,
wo wir zu alter 2000ner Musik
getanzt und geredet haben, 
kommt ihr Freund dazu
und
 zusammen
 gehen zu unserem Termin. 
Ich sehe wieder
 wie die beiden als Paar so gut zusammen passen
 und ich frage mich ob das andere 
bei M. und mir auch denken würden. 
Ich werde zu erst tätowiert und
 das lässt mein Herz höher schlagen. 
Endlich kann ich diese Zeilen auf meinem Körper verewigen
und keiner kann mir das ausreden, 
da es meine Entscheidung 
und mein Körper ist.
Der Tätowierer ist so nett
deswegen verdränge ich
schnell
 wie unangenehm
 mir das eigentlich ist 
in kurzer Hose,
breit beinig vor ihm zu sitzen.
Diese Situation holt so viele Erinnerungen hervor. 
Und das schlimmste ist, 
dass diese Momente
in Scham und in Angst 
gekleidet sind. 
 Nach 1 1/2 Stunden sind wir fertig 
und mein fetter Oberschenkel
 sieht dank dem Tattoo
 nicht mehr ganz so abstoßend aus. 
Als meiner Schwester 
dann auch ihr Tattoo gestochen bekommen hat,
 gehen wir noch ein Bier trinken. 
Der erste Schluck Bier
 schmeckt so gut
 wie schon lange nicht mehr,
 aber ich merke wie meine Schwester immer trauriger wird.
 Ihre Augen sind in voller Traurigkeit getränkt. 
Ich spüre wie die Traurigkeit 
zu mir wandert, 
aber ich trinke und trinke
 um dieses Gefühl nicht allzu stark
spüren zu müssen.
 Als wir dann am Bahnhof waren, 
wo schon mein Zug am Bahngleis stand, 
sagte meine Schwester: 
"Ich möchte nicht das du gehst." ,und nimmt mich in den Arm.
 Dann kam noch ihr Freund dazu 
und wir machten eine Gruppenumarmung. 
So eine gute und liebe Beziehung
zu meiner Schwester 
hatte ich seit Jahren 
nicht mehr. 
Nie war sie so gut wie jetzt. 
Wir sind endlich wieder Schwestern
und nicht nur zwei Fremde, 
die verwandt miteinander sind
und die gleichen Eltern haben.
Als mein Zug los fuhr, 
winkten sie mir zum Abschied 
und ich lehnte mich zurück, 
aber ich kann mich nicht entspannen. 
Hier sind viel zu viele Leute um mich.
 Viel zu viele Kerle. 
Ich muss ständig wachsam sein. 
Mir darf nicht nochmal was passieren. Nicht sowas wieder. Nicht jetzt. Nicht hier. 
Als ich dann mein Bier auspacke 
und sehe
wie der Himmel sich pink färbt,
spüre ich wie ich ein Stück loslassen kann. 
Der pinke Himmel ist der perfekte Abschluss
 dieser beiden Tage.
Da ich niemals wirklich einsam bin, 
weil ich in der einen Hand die Angst 
und in der anderen Hand die Panik habe, 
versuche ich mit den beiden den Anblick zu genießen. 
Und es klappt ein Stück. 
Mein Wundermittel verhilft mir schöne Gedanken
und mein Atem wird ruhiger.
Ich wünschte nur diese schönen Tage würden nie vergehen.
 Doch da am Sonntag 
meine Mutter 
wieder kommt weiß ich das, 
dass Grauen nicht mehr weit von mir entfernt ist. 
Doch so lange ich noch Zeit habe
 die Stille nur mit meiner Musik zu vermischen, 
kann ich für einen kurzem Moment im Hier und Jetzt leben,
 bis die harte Realität mir ein Strich durch die Rechnung
und der Alltag
mich kraftlos und müde macht.




My heart is a empty room






Ich halte ein kleinen Jungen fest im Arm. 
Für ein Moment
 bleibt die Welt kurz stehen.
Ich kuschel mich an ihn
 und er sich an mich 
und für einen kleinen Moment
 ist es in der lauten
 Kindergarten Welt kurz still.
 Am Anfang hat der Junge immer geweint,
 als ich auf ihm zugekommen bin. 
Das fühlte sich schrecklich an. 
Ich möchte doch nur von allen
 gemocht werden,
auch wenn das rational 
überhaupt keinen Sinn ergibt,
da es immer Menschen gibt,
die einen nicht mögen.
Deswegen war ich leicht verzweifelt,
 aber da die Erzieherinnen meinten, 
dass er immer 
 skeptisch 
bei fremden Leuten ist, 
gab ich ihm einfach Zeit. 
Ab den zweiten Tag 
kam er immer zu mir, 
wenn er was hatte 
oder wenn er kuscheln wollte. 
Und wenn ich ihn im Arm halte 
lohnt sich all das frühe aufstehen,
 das kämpfen mit dem Frühstück
 und das Geschrei der Kinder.
 Ich will nicht sagen,
 dass ich hier richtig bin,
 aber für den Moment 
und für dieses Jahr 
ist es vollkommen okay.
 Ich arbeite gern in dieser Kindertagesstätte,
 auch wenn das auf langer Sicht nicht das ist, 
was ich machen möchte. 
Ich halte für einen Moment inne 
und bin so dankbar arbeiten zu können. 
Wenn ich ständig zuhause geblieben wäre,
 wäre noch irgendwas passiert. 
Sei es mit dem Hungern 
oder mit den ganzen Drogen. 
Auch wenn ich die Welt nüchtern immer noch kaum ertrage
 und meine Angst stetig wächst, 
weiß ich das ich atmen muss, 
auch wenn ich es verabscheue. 




You made me laugh when I thought I couldn’t anymore








Mit zitternden Stimme 
melde ich mich 
am Telefon. 
"Sie haben den Anerkennungsplatz."
Ich kann mich nicht zusammen reißen. 
Ich fange an zu jubeln 
und die Erzieherin 
an der anderen Leitung sagt:
"Oh man, es freut mich richtig, 
dass du jetzt bei uns arbeitest."
Sie freut sich mit mir 
und das fühlt sich gut an. 
Ich melde mich als 
allererstes bei M.,
da ich ihn versprochen habe, 
dass er der erste ist 
der Bescheid bekommt 
ob ich den Platz 
nun habe
oder nicht. 
Dann ruft mein Papa 
mich an 
und ich höre 
seine freudige Stimme. 
"Endlich passiert dieses Jahr mal was gutes."
Ich gehe mit Dario
und koche ein Auflauf
für meinem Papa. 
Ich habe so viele positive Energie 
in meinen Venen, 
dass ich all meinen Mitmenschen, 
was davon zurück geben möchte. 
Ich kann es immer noch nicht ganz glauben, 
selbst als Stunden
nach dem Telefonat 
vergangen ist. 
Ich habe jetzt wirklich einen Job.
Ich verdiene mein eigenes Geld
und muss nicht Tag ein
Tag aus
den ganzen Tag 
mit meiner Mutter verbringen, 
die meine Wut 
ständig 
aufs neue  
hervor holt.
Um das alles ein wenig zu feiern 
gehe ich zu M. 
Er hat schon Bier kalt gestellt 
und ein Jonit liegt 
schon auf dem Tisch. 
Mit niemanden anderen 
möchte 
ich 
diesen Tag verbringen. 
Schöner könnte ein Tag 
für mich
im Moment nicht sein,
wenn ich ihn mit ihm verbringe.
 Ich spüre 
stetig 
dieses Kribbeln, 
wenn er mich berührt. 
Das alles zwischen uns 
ist 
so 
vertraut,
was ein schönes Gefühl ist.
Bei der Verabschiedung
umarmt er mich sehr lange
und ich wünschte, 
ich könnte bei dir bleiben. 
"Pass bitte auf dem Nachhauseweg auf dich auf."
Als ich zuhause angekommen bin 
erwartet mein Papa mich schon strahlend
und ich habe Angst,
dass er das Gras riecht.
Doch er ist so voller Euphorie, 
dass er rein gar nichts merkt. 
Mein Glück. 
Wir stoßen mit Sekt an
und ich spüre 
wie dankbar  
ich bin,
dass ich
 zwei so wundervoller Männer
an meiner Seite habe. 
Mein Papa 
unterstützt 
mich 
bei allem,
selbst bei Sachen, 
die er nicht versteht. 
Und M. 
zeigt mir 
seine warmen Gefühle
und schenkt mir einen sicheren Ort. 
Auch wenn die Dunkelheit 
nie weit von mir 
entfernt
ist,
versuche 
ich 
dieses Gefühl
so lange 
wie möglich
in meinem Herzen 
zu lassen
und
zu genießen.
Auch wenn es nur für einen Tag ist.


 

I can't remenber who I am. I feel like disappearing







Ich vergifte meinen Körper
mit all den Subtanzen, 
die ich in meinen Zimmer 
versteckt habe. 
All der Alkohol,
der mein bester Freund, 
mein ewiger Helfer in der Not, 
aber auch der Feind ist, 
der mir Geld aus der Tasche zieht 
und mich aufgequollen aussieht. 
All die chemischen Drogen, 
die ich nehme, 
wenn ich auf den Alkohol verzichten möchte. 
Die chemischen Drogen
geben mir einen anderen Sicht 
auf mein dunkles etwas, 
was mein Leben ist. 
Doch die Nebenwirkungen 
lassen nicht auf sich warten 
und wenn ich gerade runterkomme
sehne mich 
nach einer Person, 
die mich ganz fest hält. 
Meistens kommst du mir 
in den Sinn, 
obwohl M. an meiner Seite ist. 
Das hasse ich. 
Wahrscheinlich sehne ich mich 
nach dir, 
weil nur du die Person bist, 
die sich mit diesen Drogen auskennt
und genau weiß,
was man mir in diesen Moment sagen könnte. 
Doch ich weiß , 
dass wir uns nie wiedersehen werden 
und das okay, 
da ich keinen Platz mehr in deinen Leben habe
und das ist auch verständlich 
nach den ganzen Schmerz
mit den wir uns auseinander setzen mussten. 
Dann gibt es noch das endliche Gras,
welches ich rauche, 
wenn ich bei M. bin. 
Auch wenn Gras für viele 
keine "echte Droge" ist, 
merke ich die Wirkung 
oftmals viel zu sehr. 
Ich zucke mit den Augen
und das zittern hört gar nicht auf.
Die Schmerztabletten,
die ich schlucke wie Bonbons,
da mir der Unfall
nicht nur psychische Schmerzen
sondern
auch körperliche Schmerzen
vor die Füße geworfen hat. 
Und dann gibt es noch dieses Zeug, 
welches ich eigentlich nie mehr nehmen wollte,
weil ich genau weiß, 
dass ich damit mein Magen zerstöre
auf langer Sicht. 
Doch ich las nur 
Abführmttel 
und dann waren schon 
drei Packungen 
in meinen Warenkorb. 
Nach dem ersten einnehmen 
von mehr als 10 Tabletten 
merke ich 
wie mein Körper 
mich dafür verabscheut. 
Und alles nur, 
weil ich diesen 
Körper,
den ich in Spiegel sehe, 
nicht mehr sehen möchte. 
Auf meine Schlaftabletten
und Tavor 
kann ich nicht verzichten. 
Ich klammere mich 
an Tavor,
weil diese Angstzustände
mich gefangen halten
und ich selbst,
wenn ich in meinem Bett,
was für mich eigentlich
der sicherste Platz der Welt ist,
Panik bekomme,
wenn ich nachts 
ein Geräusch höre,
welches mir nicht vertraut ist
und ich dann stundenlang 
wie erstarrt in meinem Bett liege
und nur noch darauf warte 
bis irgendeiner in mein Zimmer kommt
und irgendwas mit mir macht, 
was ich nicht ertrage.
Ich bin mal wieder ein kleines Kind, 
die sich in Angst kleidet
und eigentlich nur Sicherheit brauch. 
Doch dieses Jahr 
hat 
mir
die 
Sicherheit 
gestohlen 
und
ich bin zu kraftlos
um 
sie
zu 
suchen.
Ich habe Angst.
Ich habe Panik. 
Den ganzen Tag. 
Ich vergifte meinen Körper,
weil nicht mehr weiß 
was richtig oder falsch ist. 
Ich weiß gar nichts mehr, 
außer das ich mich nicht mehr sicher fühle
und das ich ständig 
Enttäuschungen, 
Schmerz, 
Angst 
und Panik 
schlucken muss,
um meinen Mitmenschen 
nicht
 an meinen Innenleben 
teilhaben 
zu lassen. 
Selbstfürsorge
 ist 
so 
ein 
großes 
Wort, 
was ich verstehe
aber an mir selbst 
nicht 
anwenden kann, 
da ich nicht mehr weiß 
wie es ist
wenn man sich selbst 
akzeptiert
oder gar liebt. 
Ich bin nicht mehr die,
die ich vor diesem Jahr war
und das macht mir 
zusätzlich noch Angst
doch ich kann das nicht steuern. 
Ich habe mich zu einen Menschen
verändert, 
den ich nicht mehr wieder erkenne, 
deswegen schlucke ich mehr Pillen,
als Nahrung. 
Deswegen möchte ich nicht mehr 
vor die Tür gehen 
um das Grauen 
in meinen Leben
so klein wie möglich 
zu halten.





Fühlt sich wie sterben an




Wie kann es nur sein, dass man wirklich nirgendswo sicher ist?
Meine Mutter und ich steigen in ihr Auto um einkaufen zu fahren. Ich habe ein ungutes Gefühl in meiner Magengegend, aber da ich sowieso stetig Angst habe, denke ich mir nichts dabei.
Doch plötzlich sehe ich nur wie ein Auto auf uns zu rast und ins uns rein fährt. Als ich wieder zu mir komme, riecht es plötzlich nach Rauch. Ich weiß nicht wo der Geruch her kommt, also kriege ich Panik. Ich schaue zu meiner Mutter und rufe ihr zu, dass wir sofort auszusteigen müssen. Wir schaffen es aus dem Auto auszusteigen und plötzlich sind da so viele Menschen. Lauter Menschen schauen uns an und helfen meiner Mutter sich in ein anderes Auto zu setzten. Meine Mutter fängt an durchzudrehen und mich anzuschreien, dass ich ihr sofort ihre Tasche aus dem Auto holen soll. Völlig benommen suche ich nach ihrer Tasche, aber ich finde sie nicht. Aus dem Augenwinkel sehe ich das Auto was uns die Vorfahrt genommen hat. Zwei ältere Personen sind in ihrem Auto eingequetscht. Ich höre lauter Stimmen, die ich nicht zuordnen kann. Es wird die Polizei, die Feuerwehr und der Krankenwagen gerufen. Ich rufe mit zitternder Stimme meinem Papa an und dann werde ich schon von einer mir unbekannter Person in das Auto geholfen, wo meine auch Mutter liegt. Sie kann sich immer noch nicht beruhigen und ich kann nicht aufhören ins Leere zu starren. Ernst nachdem der Notarzt mir die Halskrause um gelegt und mich untersucht hat, fange ich an zu weinen. Mein Bauch und meine Brust schmerzt viel zu sehr. Endlich kommt mein Papa und da wird die Panikattake immer größer. Ich bettel den Notarzt an nicht mich ins Krankenhaus zu fahren, doch da er darauf bestehen, schaffe ich es nicht mich dagegen zu wehren. Die Polizei versucht mich zu befragen, doch ich bin so aufgelöst, dass ich nur stottern kann. Als man mir in den Krankenwagen half sah ich wie die aus dem anderem Auto endlich befreit wurden. Im Krankenwagen bekomme ich eine Infusion gelegt und natürlich werde ich gleich auf meine Narben angesprochen. "Haben Sie das Borderline Syndrom?" als scheint es nichts wichtigeres im Moment zu geben. Zig panikattaken und Bäche voller Tränen später sind wir am Krankenhaus angelangt. Ich werde in ein Raum geschoben und plötzlich stehen da viel zu viele Ärzte. Es ist ein riesen großes durcheinander. Ein Arzt zieht meine Jacke aus, eine fragt wie der Unfall passiert ist, einer zieht meine Hose aus, irgendjemand untersucht mein Bauch, einer befragt mich zu meinen Narben, einer sticht mir Nadeln durch meine Hand und irgendjemand versucht mich zu beruhigen. Doch als ich fast nackt vor den ganzen Ärzten liege und mich nicht bewegen kann, fühle ich mich schrecklicher den je. Jeder begutachtet mich. Natürlich wollen sie mir nur helfen, aber ich fühle mich wie ein lästiges Objekt, eine Kuh, die auf dem Weg zum Schlachter ist. Um innere Verletzungen auszuschließen zu können muss ich über Nacht bleiben. Als ich in ein Zimmer gebracht wurde, schaute ich mir mein Bauch an und lauter blaue Flecke lachten mich hämisch aus. Und mein Hals sieht so als hätte mich einer gewürgt. Mein Papa fährt kurz nachhause und macht extra Salat für mich, da ich das Krankenhaus Essen eh nicht esse. Ich weine immer zu. Ich kann meine Tränen nicht zurück halten. Ständig diese Bilder, dieser Rauch Geruch, verfolgt mich. Ich mache in der Nacht kein Auge zu. Ich frage mich ständig, weswegen dieses Leben nichts gutes für mich offen hat. Ich glaube, dass mein Leben mich tot sehen will. Obwohl es eigentlich schon reicht, dass ich mich tot sehen will.